24. Juni 2017
Veranstaltungsreihe zum 150. Jubiläum der Bemeroder St. Johannis-Kapelle
mehr »
25. Mai 2017
Himmelfahrt in der Weidenkirche
mehr »
23. April 2017
Musik - Stille - Wort - Licht
mehr »
13. April 2017
Alle Gottesdienste in der Passionszeit und an den Ostertagen
mehr »
02. April 2017
Matthäus-Passion von Johann Georg Kühnhausen
mehr »
18. Februar 2017
Orient meets Okzident
mehr »
31. Dezember 2016
Jahreslosung 2017
mehr »
17. Dezember 2016
Gospelreise um die Welt
mehr »
26. November 2016
Johannisbitte 2016
mehr »
16. November 2016
20. Laienkanzel zum Buß- und Bettag
mehr »

ältere »
11. Februar 2014
Jahresmotto 2014


Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.

Gute Wünsche begleiten uns alle durch unser Leben. An wichtigen Stationen unseres Lebens werden sie ausgesprochen: Wünsche zum Geburtstag, zu Weihnachten, Wünsche zur Hochzeit, in Zeiten der Krankheit und der Trauer.


Was aber sind das für Wünsche? Wir wünschen einander Gesundheit, Frieden und Glück, aber auch Kraft und Mut. Wir wünschen einander Dinge, die man nicht kaufen kann, die wir nicht selber in der Hand haben, die nicht in unserer Macht stehen. Mit unseren Wünschen wollen wir unsere Verbundenheit mit der Person ausdrücken, der sie gelten sollen. Wir möchten ihr etwas mitgeben für ihren weiteren Weg. Doch wer soll eigentlich erfüllen, was wir dem anderen wünschen?


Unsere Wünsche stehen in enger Beziehung zu einem anderen Wort, das heute eher selten in unserem Sprachgebrauch vorkommt. Es handelt sich um das Wort „Segen“. Wenn wir manchmal sagen: „Dazu hast du meinen Segen!“ meinen wir: Damit bin ich einverstanden.


Doch der eigentliche Sinn, der hinter diesem Wort “Segen“ steht, ist hier nur noch ganz schwach zu erkennen.

Dem Wort Segen kommt heute nicht mehr soviel Bedeutung zu. Das war schon einmal ganz anders. Früher war es von großer Wichtigkeit, denn es war üblich, dass Kinder und junge Erwachsene von ihren Eltern und Großeltern gesegnet wurden, wenn sie auf Reisen gingen oder wenn sie das Elternhaus verließen. Dann wurden ihnen die Hände aufgelegt und das Segenswort wurde ihnen zugesprochen.


Suche ich jedoch heute im Alltag danach, finde ich den Segen nur noch selten, z. B. wenn wir gemeinsam das Lied “Viel Glück und viel Segen auf all deinen Wegen...“ anstimmen. Im Bewusstsein seiner ursprünglichen Bedeutung entdecke ich ihn überwiegend im Raum der Kirche, z. B. bei einer Taufe oder beim Abschluss eines jeden Gottesdienstes.


Doch weil wir wissen, dass wir es nicht allein in der Hand haben, dass unser Leben gelingt, wollen und müssen wir auf diesen Segen auch nicht verzichten. Denn gerade an den Schwellen und Festen unseres Lebens wird uns dieses bewusst.


Was aber ist ein Segen? Der Segen ist ein Geschenk. Man kann ihn nicht selbst machen, man kann ihn nur empfangen. Im Segen erfahre ich Gott als persönliches Gegenüber, als jemandem, unter dessen Schutz ich stehe, der mich so annimmt, wie ich bin, der mich trägt. Im Segen werde ich ganz persönlich angesprochen und mir wird etwas zugesprochen, das meinem Leben Sinn und Halt geben soll. Der Segen hat, im Unterschied zu den Wünschen, die wir aussprechen, einen Adressaten. Es ist Gott, an den wir uns wenden können. Auf seine Kraft dürfen wir vertrauen, er will uns zu einem gesegneten Leben verhelfen.


Das neue Jahr kann zu einer segensreichen Zeit werden. Gott schenkt diese Zeit, damit sie uns zum Segen wird. Wer die Zeit und das Leben in diesem Sinn nutzen kann, wird für andere zum Segen. Und das kann sich in allen möglichen Farben des Lebens verwirklichen, ob im grauen Alltag oder in sonnenfrohen Stunden – ich lade Sie und Euch alle zu einem bunten lebendigen Jahr 2014 mit Gottes Segen ein.


Ihre Diakonin Claudia Kanthak