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02. Oktober 2010
Wachsen und bewegen auf dem Kronsberg


Evangelisches Kirchenzentrum feiert 10jähriges Bestehen

Der jüngste Kirchenneubau im Evangelisch-lutherischen Stadtkirchenverband Hannover wird zehn Jahre alt. Das Evangelische Kirchenzentrum Kronsberg wurde zur Expo 2000 mitten im neuen Stadtteil errichtet. Es folgte architektonisch einer modernen Interpretation des traditionellen Klosters und baulich der ökologisch nachhaltigen Ausrichtung der Weltausstellung. Auch in der Gestaltung des Gemeindelebens auf dem Kronsberg setzt die St.-Johannis-Gemeinde, zu der das Kirchenzentrum gehört, besondere Akzente und nimmt dabei die speziellen Herausforderungen des jungen Stadtteils an. Dies wird auch bei der Jubiläumsfeier am Sonntag, 10. Oktober, deutlich.

Der Gottesdienst zum Jubiläum beginnt am 10. Oktober um 15 Uhr in der Kirche – und damit zwischen den üblichen Gottesdienstzeiten auf dem Kronsberg. Denn während regulär am Sonntag erst ab 18 Uhr "ein sehr kompakter Abendmahlsgottesdienst mit meditativ-beschwingtem Charakter" (Werner Siebert aus dem Leitungskreis der Gemeinde), gefeiert wird, beginnt nur einmal im Monat ein Gottesdienst um 12.15 Uhr. "In diesem früheren Gottesdienst wird häufig getauft, damit die Familien anschließend Zeit für die Feier haben", erklärt Detlef Pfullmann, Vorsitzender des Kirchenvorstands, dieses zusätzliche Angebot. Lediglich zur Konfirmation und beim gemeinsamen Ostergottesdienst mit der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde ist am frühen Sonntagmorgen evangelisch-lutherisches Leben in der Kirche.

Das besondere Zeitraster des Gottesdienstplanes auf dem Kronsberg ist ebenso wie die Ausrichtung der Gemeindearbeit an die Bedingungen in dem noch jungen Stadtteil angepasst. Dort leben aktuell etwa 7000 Menschen, von denen rund 2000 evangelisch-lutherisch sind. Knapp 28 Prozent der Menschen dieser (Teil-)Gemeinde sind jünger als 20 Jahre, weitere 35 Prozent stehen vor der Vollendung des 40. Lebensjahres. Entsprechend sind die Angebote auf diese Struktur ausgerichtet, was im Evangelischen Kirchenzentrum zu einer Schwerpunktbildung im Bereich der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen führt.

Pastorin auf dem Kronsberg ist Susanne Krage-Dautel. In ihrer Arbeit schlägt sich die Altersstruktur des Stadtteils spürbar nieder. Denn neben vielen anderen Aufgaben kümmert sie sich darum, dass die zahlreichen Kindertagesstätten und die Grundschulklassen kontinuierlich von ihr besucht werden.

Pastorin Mirjam Schmale wirkt ebenfalls in diesem Arbeitsfeld. Sie ist mit einer halben Stelle in der St. Johannis-Gemeinde speziell mit der Kinder- und Jugendarbeit sowie dem Konfirmandenunterricht beauftragt. Ergebnis dieses Engagements sind neben den beliebten Ferienfahrten gut besuchte feste Gruppen, in denen junge Menschen aktives Gemeinde-(er-)leben erfahren.

Wesentliche Säule dieses Erfolgs sind zudem die musikalischen Angebote, die Kantorin Antje Ivanovs den Kindern und Jugendlichen der Gemeinde macht. Derzeit lernen rund 60 Mädchen und Jungen bei ihr, wobei das Angebot vom Chorgesang bis zum Instrumentalunterricht reicht.

Obwohl das Evangelische Kirchenzentrum Kronsberg aufgrund seiner Konzeption und seiner Lage eine herausgehobene Stellung einnimmt, wird es in der St.-Johannis-Gemeinde als Teil des Ganzen verstanden. Gemeinsam mit beiden Pastorinnen bildet Pastor Wilfried Teichmann das Team der Theologen, das von Diakonin Claudia Kanthak und der Pastorin im Ehrenamt Ulrike Hallmann komplettiert wird. Alle Angebote in der großen Gemeinde stehen selbstverständlich allen Mitgliedern der Gemeinde offen, so dass auch "Nicht-Kronsberger" zu den zahlreichen Gruppen kommen, die sich im Kirchenzentrum treffen. Diese Gruppen werden sich ebenfalls mit eigenen Beiträgen bei der Jubiläumsfeier präsentieren.

Der Festgottesdienst zum Jubiläum am Sonntag, 10. Oktober, beginnt um 15 Uhr. Die Predigt zu diesem besonderen Anlass hält Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann. Im Anschluss an den Gottesdienst und einige Grußworte folgt ab etwa 17 Uhr ein vielseitiges Programm mit Musik, Kleinkunst und Aktionen für Kinder. Unter anderem wird dazu das JuKiMob erwartet. Zeit für Gespräche und Begegnungen ist natürlich auch eingeplant. Außerdem gibt es ein vielfältiges und leckeres Angebot zur leiblichen Stärkung, um das sich besonders das Küsterehepaar Margaretha und Heinz-Dieter Schmuderer verdient macht. Ab circa 19 Uhr soll das Fest mit dem Abendsegen ausklingen.

Im Rückblick auf die erste Dekade des Evangelischen Kirchenzentrums wird deutlich, dass am Kronsberg eine besondere Kirche entstanden ist. Nachdem 1990 die Entscheidungen für die Expo in Hannover und wenig später für einen neuen Stadtteil auf dem Kronsberg gefallen waren, stellte der Stadtkirchenverband Hannover bereits 1992 Überlegungen zur Präsenz der evangelisch-lutherischen Kirche auf dem Kronsberg an. Das zunächst ökumenisch angedachte Projekt konnte nicht realisiert werden, doch in Kooperation mit der GBH gelang es, die Idee eines modern interpretierten Klosters umzusetzen.

Der Grundstein dazu wurde am 24. Juni 1999 gelegt, als mit Hans-Joachim Schliep bereits der erste Pastor auf dem Kronsberg seinen engagierten Dienst angetreten hatte. Container waren damals das provisorische Domizil des Seelsorgers. Zur Einweihung des Kirchenzentrums am 8. Oktober 2000 predigte Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann. Mit der Übernahme der Glocken aus der Ansgar-Kirche im Jahr 2001 und dem Kauf einer eigenen Orgel zwei Jahre später gelang relativ kurzfristig die Komplettierung der neuen Kirche, die inzwischen seit vielen Jahren auch von der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde – auf Basis eines Mietverhältnisses – mitgenutzt wird.

"Wir sind eine junge Gemeinde, die nicht auf Traditionen zurückgreifen kann. Im Gegenzug haben wir aber die Chance, uns mit neuen Formen und Konzepten auszuprobieren", umreißt Mirjam Schmale die Situation der Gemeinde, in der vieles wächst und wachsen darf. Als ein sichtbares Zeichen dafür steht in der Gebetsecke der Kirche ein großes Schiff aus Metall, das die Jugendlichen gestaltet haben. Eingeflossen darin ist die eingehende Beschäftigung mit dem Thema Trinität: Der Vater als tragender Rumpf; der Sohn als bewegendes Segel; der Heilige Geist als Fracht in Form der vielfältigen Geistesgaben.

Das Schiff selbst eignet sich auch als Symbol des gesamten Evangelischen Kirchenzentrums: Eine stabile und tragfähige Präsenz der Kirche am Kronsberg, die für die Bewegung gebaut ist. (Joachim Stever)