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14. Mai 2006
fair play: fair life


Offener Brief an die Fußballabteilungen von Hannover 96 und vom TSV Bemerode

Sehr geehrte Damen und Herren!

Wir wohnen im Neubaugebiet Kronsberg und werden am Pfingstsonntag im dortigen Ev. Kirchenzentrum konfirmiert. Viele von uns treiben Sport, auch in Vereinen. Viele von uns sind fußballbegeistert. Viele von uns freuen sich über ein gutes Spiel und noch mehr über einen Sieg von Hannover 96 oder des TSV Bemerode. Wir sind natürlich auch sehr gespannt auf die bevorstehende Fußball-WM.

Heute stellen wir uns als KU-Gruppen 2006 der Gemeinde vor. Der Gottesdienst hat das Thema FAIR PLAY - FAIR LIFE. Ein Aspekt dieses Themas ist die Frage, wie, wo und von wem werden eigentlich Fuß-bälle hergestellt? Die allermeisten Fußbälle werden ja mit der Hand genäht. Im Gebiet der Stadt Sialkot in Pakistan sollen das etwa 40 Millionen pro Jahr sein. In den 90er Jahren wurden ganz viele Fußbälle von Kindern gefertigt. Eine schwere Arbeit, die die Gesundheit schädigt. Der Lohn ist minimal, nicht nur für Kinder, sondern auch für ihre in der Fußballproduktion tätigen Eltern. Darum müssen Kinder ja mitarbei-ten. Dann können sie aber nicht zur Schule gehen und nichts für ihre Bildung tun. Sie bleiben also arm. Ungerechtigkeit gefährdet auch den Weltfrieden. Der Sport aber soll ja zum Frieden beitragen. Sport macht Spaß. Aber bei solchen himmelschreienden Ungerechtigkeiten hört der Spaß auf.

Inzwischen vertreiben die großen Markenfirmen - wie Adidas, Nike, Reebok, Puma - keine Fußbälle aus Kinderarbeit mehr. Sie tun das u. a. durch gemeinsame Einflußnahme seitens der UN (z. B. Internationale Arbeitsorganisation) und der christlichen Entwicklungshilfeorganisationen, z. B. von Brot für die Welt / gepa. Das ist gut so. Ganz schlecht ist es aber, daß immer noch keine gerechten Löhne gezahlt werden. Zu einem gerechten Lohn gehört, daß die Arbeitenden Bildungs- und Gesundheitskosten tragen können. Das ist bei den Fußbällen und den meisten anderen Sportartikeln, die durch die großen Markenfirmen vertrieben werden, nicht der Fall. Das verstößt gegen die guten Sitten und das sportliche Gebot der Fairneß. Nun werden zwar - offiziell - keine Fußbälle durch Kinder hergestellt. Aber von den glaubwürdigen Entwicklungshilfeorganisationen wissen wir, daß Kinder nicht selten doch an der Fußballproduktion beteiligt sind. Sonst reicht das Familieneinkommen nicht. Fast noch schlimmer: Kinder arbeiten, statt in der Fußballproduktion, in Bergwerken und Steinbrüchen. Es hat sich also nicht wirklich viel gebessert.

Besser geworden ist es nur bei Fußbällen, die das FAIR-TRADE-Siegel tragen. Diese Bälle sind genauso gut wie alle anderen. Anders als alle anderen zahlen die FAIR-Handelshäuser aber einen fairen Lohn, in dem Kosten für Bildung und Gesundheit enthalten sind. Der Aufpreis ist nicht noch. Wenn wir ihn zahlen, werden wir nicht ärmer. Aber den Armen geht es besser.

FIFA und DFB sollen es abgelehnt haben, bei der WM 2006 fair gehandelte Fußbälle zu verwenden. Das ist unglaublich unfair.

Wir fragen nun Hannover 96 und den TSV Bemerode, ob sie schon fair gehandelte Fußbälle benutzen. Sollte das nicht der Fall sein, erbitten wir eine Begründung. Im Sinne der Fairneß, ohne die es keinen echten Sportsgeist gibt, halten wir es für geboten, daß mindestens in den Jugendabteilungen Fußbälle aus FAIREM HANDEL verwendet werden. Eine Liste der FAIR-HANDELS-HÄUSER fügen wir bei.

Die Ev. Kirche in Deutschland mit Bischof Prof. Dr. Wolfgang Huber, der ein Fußballfan sein soll und eine interessante Arbeitsmappe zur WM herausgegeben hat, und unsere Ev.-luth. Landeskirche Hannovers mit Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann, die als Langstreckenläuferin bekannt ist, wissen wir ganz auf unserer Seite. Unseren Pastor auch. Er hat als Kind noch Helmut Rahn, Uwe Seeler und viele andere Nationalspieler und später Franz Beckenbauer, Günter Netzer, Wolfgang Overath, Jupp Heynckes und all die anderen großen Stars im Stadion spielen gesehen.

Anbei finden Sie unsere Unterschriften. Wir werden bei unserem Vorstellungsgottesdienst auch die Er-wachsenen um Unterstützung bitten. Bitte antworten Sie uns über Pastor Hans Joachim Schliep, Sticks-feld 6, 30539 Hannover, möglichst so, daß er bei unserer Konfirmation am 4. Juni Ihre positive Antwort vorlesen kann: „Ja, wir werden in Zukunft - mindestens für unsere Jugendabteilungen - nur noch Fuß-bälle aus FAIREM HANDEL mit dem Gütesiegel TRADE-FAIR einsetzen!“

Wir danken Ihnen, daß Sie unseren Brief gelesen haben, und wünschen Ihnen viel sportlichen Erfolg!

Mit freundlichen Grüßen

Unterschriften der KU-Gruppen 2006
im Ev. Kirchenzentrum Kronsberg
und von Erwachsenen, die die Gruppen unterstützen
(Als Anlagen werden Adressen der FAIR-HANDELS-HÄUSER mitgeschickt)